Bilder der Sportarbeit von Eichenkreuz Nürnberg
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Veranstaltungen

EK-Geschichte

Eine Spurensuche von Karl Murrmann

Am 17. Oktober 2007 wurde Eichenkreuz Nürnberg der Julius-Hirsch-Preis 2007 des Deutschen Fußball-Bundes in Höhe von € 10.000.- anlässlich des EM- Qualifikationsländerspiels Deutschland – Tschechien in München verliehen. Peter Reuter, unser Sportreferent, Ideengeber und Organisator der vielfältigen Aktivitäten gegen Diskriminierung, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, nahm den Preis im Rahmen eines Festakts im neuen jüdischen Zentrum aus den Händen von Oliver Bierhoff entgegen. Die vielen Mitarbeiter von Eichenkreuz Nürnberg können mit Recht stolz sein auf diese Auszeichnung, die sie gemeinsam mit dem TuS Plettenberg erhalten haben.

Die Broschüre ‚Eichenkreuz im Wandel der Zeit“, 75 Jahre Eichenkreuz Nürnberg, 1924 – 1999, beschreibt den Weg unserer Sportarbeit in diesen Jahren. Nachfolgend soll nun  versucht werden, die wichtigsten Spuren und besonderen Wegmarkierungen nach 1945 darzustellen.

Landessporttag

In Wolkersdorf bei Nürnberg beginnt am 22./23. März 1947 unter der Leitung von Georg Höppel, Hans Kopp und Hans Witt die Arbeit von Eichenkreuz Nürnberg/Bayern nach dem 2. Weltkrieg. Der erste Landessporttag kann mit 200 Teilnehmern bereits am 13./14. September 1947 in Nürnberg durchgeführt werden, eine für die damaligen Verhältnisse beachtliche Teilnehmerzahl. Der Aufschwung von EK Nürnberg und EK Bayern ist ja eng miteinander verbunden. Alle Mitarbeiter fühlen sich für Nürnberg und Bayern verantwortlich. Auch der unermüdliche Motor der Arbeit, Landessportwart Georg Höppel, macht keinen Unterschied. Legendär sind die Worte: „Eichenkreuz ohne Höppel ist wie eine Glocke ohne Klöppel.“ Das Entscheidende in diesen Jahren  des guten Neubeginns ist der brüderliche Zusammenhalt, die großartige Gemeinschaft aller Mitarbeiter.

Bezirkssportfest

Die Leichtathletik ist die dominierende Sportart nach 1945. Zunächst gibt es nur den Landessporttag als einzige Großveranstaltung. Das ist den besonders aktiven Sportlern des CVJM Nürnberg-Gostenhof zu wenig. Sie laden alle Nürnberger am 15. Juni 1951 zum Gostenhofer Sportfest auf ihren Sportplatz an der Siegelsdorfer Straße ein. Diese während des Krieges als Schuttabladeplatz benutzte Sportstätte wird unter großen Opfern und Mühen wieder hergerichtet und eingezäunt. Später folgt noch ein Haus für einen Platzwart. Das Angebot wird so gut angenommen, dass am 13./14. Juni 1953 auf dem Sportplatz am Marienberg das 1. Bezirkssportfest für Nürnberg und Mittelfranken für über 150 Sportler zu einem feinen Erlebnis wird. Die EK-Sportler in Oberfranken, Unterfranken und München/Oberbayern nehmen die Anregung auf und folgen mit eigenen regionalen Sportfesten.

Sportliche Höhepunkte

Zu den sportlichen Höhepunkten dieser Jahre zählen ab 1953 die erfolgreiche Teilnahme von EK Nürnberg am Großstaffellauf Fürth – Nürnberg und der Gewinn der deutschen Eichenkreuz-Meisterschaft im Feldhandball am 7. Juli 1957 in Wiesbaden durch ein Team des CVJM Nürnberg-Gostenhof.

Rundenspiele für Handball, Volleyball, Tischtennis erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Die Anzahl der Veranstaltungen auf regionaler und überregionaler Ebene wächst. So finden in Bayern 1971 25 Veranstaltungen mit 2242 Teilnehmern statt, 1992 sind es 101 Wettkämpfe mit mehr als 10.000 Sportlern in 1.210 Gruppen.

Sportanlage Marienberg

Bei Eichenkreuz Nürnberg verläuft die Entwicklung ebenfalls sehr positiv. Mit dem Jugendleiter Christian Reuter als 1. Vorsitzenden (1974 – 1980) ist der enorme Aufschwung eng verbunden. Von ihm stammt die Idee, die Gesamtkirchengemeinde Nürnberg zu bitten, den Kauf und die Neugestaltung der Sportanlage Marienberg zu übernehmen. Der Antrag wird angenommen. In einem Gespräch bei Herrn Dekan Hermann von Loewenich am 20. Juli 1976 können mit Pfarrer Norbert Rückert, dem 1. Vorsitzenden des CVJM Nürnberg und den Verantwortlichen von EK Nürnberg, Christian Reuter, Karl Murrmann und Siegfried Buhl alle Sachfragen geklärt werden. Die Sportanlage wird hervorragend ausgebaut und bereits zwei Jahre später, am 23. Juli 1978, von Dekan Hermann von Loewenich ihrer Bestimmung übergeben.

Sporthalle der Wilhelm-Löhe-Schule

Dem am 21. Januar 1980 von EK Bayern gestellten Antrag auf Benutzung der 3-fach Sporthalle der Wilhelm-Löhe-Schule nimmt die Dekanatssynode am 1. Februar an. Der Andrang ist groß. Im Winterhalbjahr 1981/82 ist mit 17 Gruppen an 4 Abenden die Grenze des Möglichen erreicht. Zusätzlich finden an Wochenenden noch Meisterschaften, Turniere und Lehrgänge auf regionaler und überregionaler Ebene statt. Beide Sportstätten, Löhe-Schule und Marienberg, sind längst Heimat für Eichenkreuz Nürnberg geworden.

Sportreferent für Eichenkreuz Nürnberg

Die Arbeit wächst so stark, dass sie, wie bisher, ehrenamtlich nicht mehr zu bewältigen ist. Auf Antrag von EK Nürnberg gelingt es, in enger Zusammenarbeit mit Dekanatsjugendpfarrer Hans Jochen Böhme, Rektor Karl-Heinz Neukamm von den Rummelsberger Anstalten und den zuständigen kirchlichen Stellen erstmals 1981 eine Planstelle für einen Sportreferenten beim Evangelischen Jugendwerk Nürnberg einzurichten. 

Eichenkreuz-Landessportwart in Bayern

Im Sommer 1983 ist im Zuge von Sparmaßnahmen geplant, die Stelle unseres unersetzlichen Landessportwarts Hermann Ortlieb im Amt für Jugendarbeit zu streichen. In einem Brief vom 27. Juli 1983 an Herrn Karl Burkhardt, den Präsidenten der Landessynode, habe ich als 1. Vorsitzender von EK Bayern eindringlich auf den Umfang und den Wert des EK-Sports für Nürnberg, Bayern und Deutschland hingewiesen. Am 29. Februar 1984 teilt mir Herr Burkhardt mit: „Auf Grund eingehender Beratungen, bei denen auch Ihre Argumentation eine Rolle gespielt hat, wurde von der Synode beschlossen, die zunächst vorgesehene Streichung der Stelle des Landessportwarts im Amt für Jugendarbeit nicht vorzunehmen, sondern in Anbetracht der Bedeutung der Arbeit weiterzuführen.“

Diese wichtige Stelle gibt es auch noch im Jahr 2008.

Fußball bei Eichenkreuz Nürnberg

Am 8. Oktober 1974 konstituiert sich ein neues Führungsgremium für Eichenkreuz Nürnberg mit Christian Reuter, Siegfried Buhl, Helmut Herold, Karl Murrmann, K. Matysik und Werner Schrüfer. Neu eingeführt wird u.a. eine Fußballrunde. Die Aufgaben des Fußballwartes übernehmen Helmut Herold und Wolfgang Reitzammer. Aus bescheidenen Anfängen (7 Mannschaften 1974/75) entwickelt sich bald eine Runde mit 27 Teams (1983/84). Auf dem Marienberg finden pro Woche 12-15 Spiele statt. Insgesamt trainieren etwa 950 Sportlerinnen und Sportler wöchentlich auf der Anlage. Die sportlichen Höhepunkte der Jahre 1994 und 1998 sind für das Fußballteam von EK Nürnberg-Hasenbuck und ihren Spielführer Thomas Mönius, dem 1. Vorsitzenden von EK Nürnberg, der Gewinn der Deutschen EK-Fußballmeisterschaft.

Erntedankturnier des CVJM Nürnberg-Gostenhof

Zu einem besonderen Turnier lädt ab 1987 die Fußballmannschaft des CVJM Gostenhof ein. Beim Erntedankturnier, jeweils am Samstag vor dem Erntedanktag, verpflichtet sich jedes Team für jedes erzielte Tor einen bestimmten Geldbetrag zu entrichten, mindestens aber DM 1.-. Im Verlauf von 12 Turnieren kommen immerhin DM 13.700.- zusammen, gespendet für Projekte des YMCA-Weltdienstes. Diese von Manfred Elbacher organisierten Turniere waren sicher Vorbild und Anregung für den Einsatz bei EK Nürnberg im sozialen und diakonischen Bereich.

Eichenkreuzsport mit behinderten Menschen

Beim EK Landessporttag 1977 starten unter der Leitung von Diakon Paul Kurzmann erstmals geistig behinderte Sportlerinnen und Sportler. Die Bedeutung des Sports für Behinderte ist sehr hoch. Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Selbstvertrauen werden verbessert. Durch den Sport werden bei EK Bayern und EK Nürnberg Begegnungen zwischen Behinderten und Nichtbehinderten gefördert. Bei EK Nürnberg sind Diakonie, OBA und Brügg’nbauer seit Jahrzehnten integriert. Eichenkreuz leistet hier zweifellos Pionierarbeit. Glanzvoller Höhepunkt ist der Gewinn der Weltmeisterschaft durch die Basketballmannschaft aus Bruckberg bei den Special Olympics 2007 in Shanghai.

Eichenkreuz und Diakonie

Die Diakonenanstalt Rummelsberg beteiligt sich seit Neubeginn der EK-Arbeit nach dem Krieg. Diakon Günter Feitl ist hier der unermüdliche Initiator. Sowohl das Brüderhaus als auch die Erziehungseinrichtungen nehmen mit gutem Erfolg an Rundenspielen, Turnieren und Wettkämpfen bei Handball, Waldlauf, Leichtathletik, Volleyball, Fußball und Tischtennis teil. Bemerkenswert ist, dass die Jugendlichen aus den Einrichtungen der Jugendhilfe immer mit großem Einsatz dabei sind und niemals negativ auffallen. Sie haben, so ist zu hoffen, für ihr weiteres Leben gute Anregungen erhalten.

Mitarbeiter

Bei all den notwendigen und wichtigen Änderungen und Verbesserungen gibt es im Lauf der über fünf Jahrzehnte EK-Sport eine unabdingbare Konstante: die große Schar von treuen Helferinnen und Helfern als Trainer, Betreuer und Kampfrichter. Viele sind Jahre und Jahrzehnte mit viel Idealismus und bewunderswertem Einsatz dabei. Ohne sie wären die zahlreichen Leichtathletik-Sportfeste, Fußball- und Handball-Turniere, die Volleyball-, Tischtennis- und Indiacaspiele nicht möglich gewesen. Die wöchentlichen Sportangebote in den Vereinen, Gemeinden und Gruppen sind dabei die Grundlage aller Arbeit. Leider können die Namen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wegen der großen Zahl hier nicht genannt werden. Aber allen möchte ich für ihre Treue von ganzem Herzen danken. Sie standen und stehen als Christen mit Freude in der Verantwortung, trugen und tragen ihre „Steine auf das Baugerüst“.

Ich habe versucht die wichtigsten Stationen im Werdegang von EK Nürnberg dazustellen. Der missionarische Aspekt, die Verkündigung des Wortes Gottes, die diakonische und die soziale Aufgabe ziehen sich wie ein roter Faden von Anfang an durch die Arbeit. Die Spuren sind immer wieder sichtbar und führen so zur Anerkennung durch den DFB.

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Wir sind ausgezeichnet … ;-)

… mit dem:

Julius-Hirsch-Preis 2007

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat am 17.10.2007 Eichenkreuz Nürnberg mit dem Julius-Hirsch-Preis 2007 ausgezeichnet. Im Jüdischen Gemeindezentrum in München überreichte Oliver Bierhoff, der Nationalmannschaftsmanager des DFB die Preise. [Artikel ganz lesen]

Mfr. Integrationspreis

Am 26.9.2008 erhielt Eichenkreuz Nürnberg in der Ansbacher Residenz aus der Hand des mittelfränkischen Regierungspräsidenten Dr. Thomas Bauer den neu geschaffenen mittelfränkischen Integrationspreis. [Artikel ganz lesen]